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Mark Radler

Notizen aus der Provinz

No44 / 3. September 2017

Ausgezeichnete Quellenlage

Die bisherige Tour entlang der Plane führte uns zuletzt auf die einst sächsische Seite der Niederung und dort bis nach Dippmannsdorf (Dietmars Dorf), wo wir überraschenderweise das Paradies gefunden haben.

Paradiesische Quelle

Unser (Dippmanns-) Dorf sollte schöner werden

Das Paradies in Dippmannsdorf ist ein idyllisches Quellgebiet am Flämingrand, das auf verblüffend behutsame Weise erschlossen ist und dem Besucher heute einen sehr naturnahen Eindruck vermittelt. Ein schöner alter Buchenbestand am Steilhang und der von unzähligen Quellfluren und kleinen Bachläufen durchzogene Bruchwald am Fuß des steilen Fläminghanges bieten besonders im blütenreichen Frühjahr sehr anmutig wirkende Ansichten. Ein Besuch zu dieser Zeit, sagen wir: im April, ist unbedingt zu empfehlen.

 

Das Paradies

Der heutige Zustand des Dippmannsdorfer Quellgebietes ist übrigens auf eine im Rahmen der Aktion „Unser Dorf soll schöner werden” zwischen 2002 und 2004 erfolgte Renaturierung zurückzuführen, bei der vorhandene Anlagen teilweise rückgebaut und behutsam erneuert wurden. Wofür Dietmars Dorf (Dippmannsdorf) mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. So gesehen kann man glatt von einer ausgezeichneten Quellenlage sprechen. Angemerkt sei, dass ich als durchaus kritischer Betrachter so genannter „Dorfverschönerungsprogramme“ diesem hier große Anerkennung zolle.

Es klappert ‘ne Mühle, es rauschet der Bach

Wassermühle Dippmannsdorf

Das aus dem paradiesischen Quellgebiet kommende Wasser wird im Abfluss erstmal in zwei Mühlenteichen aufgefangen, die, wie der Name schon andeutet, den Antrieb einer Wassermühle sichern sollen. Ja, sollen und nicht sollten, denn nach Aussage der Ortswebseite wird die Wassermühle Dippmannsdorf noch heute hin und wieder zum Schroten von Getreide betrieben. Auf der Webseite der „Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung” finden sich zur Mühle folgende Angaben: „Dreistöckiges Mühlengebäude von 1680 mit Walzenstuhl, Quetsche, Reinigung und Schrotgang. Mühle wird durch Turbine angetrieben. Gelegentliches Schroten von Getreide. Technische Einrichtung z.T. von vor 1900. Francisturbine für 8 m Fallhöhe, zwei Passagen-System mit Zentrifugalsichtern.” Man beachte insbesondere die Aussage, dass an der Mühle ein Absturz von etwa 8 m besteht, was für Brandenburger Verhältnisse absolut außergewöhnlich ist (http://www.muehlen-dgm-ev.de/pages/Detailed/214.php). Der Mühle sieht man von außen bzw. von der Straßenseite her leider ihr Alter bzw. ihren besonderen Wert nicht an. Aber immerhin kann man sie am jährlich veranstalteten Mühlentag besichtigen.

Naturnaher Badespaß

Erwähnt werden muss unbedingt noch, dass das paradiesische Quellwasser auch noch ein so genanntes Naturschwimmbad bzw. einen „Bio-Badeteich” – mit kühlem und klarem Quellwasser – speist. Der Badeteich zeichnet sich neben dem Quellwasser durch naturnahe Röhrichtzonen aus. Wer eine sommerliche Abkühlung ersehnt, ist in Dietmars Dorf also auch bestens aufgehoben. Eine Gaststätte mit Namen „Paradies” und „Renis Bierstube” mit kleinem Biergarten runden das Freizeitangebot ab (demnach ist in Dietmars Dorf neben einer Kneipptour – s. No44 – auch eine Kneipentour möglich).

 

Bio-Badeteich Dippmannsdorf

Flämingbier

Bei einem kurzen Abstecher zur Gaststätte oberhalb des Paradieses wird diese gerade von „Getränke Höhne” aus Niemegk beliefert. Den LKW ziert eine Werbung für Fläminger Bier, was etwas erstaunt, da mir bis auf die Gasthausbrauerei in Belzig keine Brauerei im Fläming bekannt ist. Die alte Brauerei in Wiesenburg verfällt ja seit Jahrzehnten. Auf Nachfrage erklärt der Fahrer, dass das Flämingbier im Auftrag der Firma Getränke Höhne nach alter Wiesenburger Rezeptur in den Brauereien von Luckenwalde und Hartmannsdorf gebraut wird. Im Internet erfährt man dazu, dass die Familie Höhne da wirklich ein schönes und unterstützenswertes Projekt verfolgt, will man doch vor allem regionale Produkte aus dem Fläming fördern und initiieren. In Niemegk wird zudem ein kleines Brausemuseum im dortigen Wasserturm unterhalten. Und dabei fällt mir dann ein, dass ich tatsächlich schon mal die grüne Flämingbrause getrunken habe. Jedenfalls klingt das alles sehr spannend und wird uns sicher einmal zu Getränke Höhne im Flämingstädtchen Niemegk führen.

Jetzt steht aber erstmal Lütte an.

 

MARK RADLER will return…