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Mark Radler

Notizen aus der Provinz

No92 / 14. Februar 2021

Zur Havelbrücke bei Strodehne

Unsere erste Etappe (der zweiten Haveltour) von Havelberg nach Rathenow führt uns zunächst nach Strodehne, wo die Havel – etwa 14 km vor (oder hinter) Havelberg – das nächste Mal überbrückt wird. Auf der kürzeren Südwestroute waren wir bisher durch Jederitz und Kuhlhausen gefahren (s. MR No90/ MR No91).

Havellandschaft östlich von Kuhlhausen

Ab nach Süden

 Wir verlassen Kuhlhausen im Süden und folgen weiter der in südwestlicher Richtung verlaufenden Havelberger Straße bzw. der L2. Auch die etwa 1,5 km entfernte Havel biegt nordöstlich von Kuhlhausen in scharfem Bogen nach Süden.

Also, ab in den Süden!

Kurzer Abstecher zur Havel

Nach gut 2 km kommen wir zur Einmündung der von Osten kommenden L17, die uns erstmals hinter Havelberg wieder über die Havel führt. Eigentlich wollen wir ja auf der Südwestroute weiter über die L2 nach Süden, zum Örtchen Garz, weiter. Aber erstmal soll die Havel bei Strodehne betrachtet werden. Außerdem stoßen dort auf der Havelbrücke die Südwest- und Nordostroute aufeinander. So biegen wir in die L17 ein und fahren Richtung Osten. Etwa 400 m vor der Havel passieren wir die Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Havellandschaft bei Strodehne im Sommer 2018

Die Havelbrücke bei Strodehne

Havelbrücke nördlich Strodehnes

Schließlich erreichen wir die moderne Havelbrücke, von der wir einen fantastischen Ausblick auf die Havel und die Havellandschaft haben.

Brückenblick nach Norden im Frühjahr 2019

Der heutige Hauptarm der Havel entstand hier erst mit dem Havelausbau von 1934. Die alte Havel machte bis dahin auf der Westseite einen weiten Bogen. Davon ist im Gelände nicht mehr viel zu erkennen.

Havelaue bei Strodehne

Tip-Top-Tip-Top: die Fähren- und Brückenstory von Strodehne

Die Brücke existiert übrigens erst seit 1999. Bis dahin bestand etwas weiter südlich „nur“ eine Fähre. Genauer gesagt: von 1971 bis 1999.

Zwischen 1949 und 1971 gab es bei Strodehne allerdings schon mal eine Brücke, eine provisorische Holzbrücke. Die musste 1971 wegen fortschreitendem Verfall gesperrt werden. Damals sicherte dann eine Fähre die Verbindung Richtung Westen. Mitte der 1990er Jahre wollte das Land Brandenburg den Fährbetrieb dann aus Kostengründen ersatzlos einstellen. Protestierende Bürger mobilisierten eine große Öffentlichkeit und das Land willigte schließlich in den (Neu-) Bau einer Havelbrücke ein. Und da stehen wir nun.

Trotz schönem Ausblick denke ich mit großer Wehmut an die Fährenzeit zurück. Auf unseren Fahrten zur lieben Oma im Wendland durften wir diese Fähre noch mehrmals nutzen (allerdings damals mit dem Auto).

Eine Flussüberfahrt mit einer Fähre ist immer wieder ein sehr sinnliches Erlebnis. Leider gibt’s ja nicht mehr viele Havelfähren. Wir erinnern uns, auch die Fähre von Nitzow wurde nach der Wende stillgelegt (s. MR No51). Da haben es die Elbländler doch besser. Auf der anderen Seite des Landes, an der Oder im Osten, sieht’s diesbezüglich sogar noch trauriger aus, zumindest was den Abschnitt in Brandenburg  betrifft. Oderfähren? Fehlanzeige.

Infotafel zur „Brücken-Story“

Um die Brücken- und Fährenstory zu vervollständigen sei noch angemerkt, dass es hier vor 1949 bereits eine private Fähre gegeben hat, die vor allem zum Viehumtrieb und zur Heuernte der auf einer Art Havelinsel gelegenen Strodenschen Wiesen genutzt wurde.

Über Strodehne werde ich dann auf der Fahrtbeschreibung der Nordostroute berichten.

MARK RADLER fährt weiter …

Die Route von Kuhlhausen zur Havelbrücke bei Strodehne